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                                    18 EVANGELISCH IN WEINHEIM ADVENT 2025KirchenmusikErgreifend und begeisterndGeistliche Werke von Anton%u00edn Dvo%u0159%u00e1kin der MarkuskircheLange herrschte ergriffene Stille in der Markuskirche, nachdem das %u201eDona nobis pacem%u201c leise verklungen war. Doch dann konnte das zahlreiche Publikum den begeisterten Applaus nicht l%u00e4nger zur%u00fcckhalten und verlieh seinem Enthusiasmus minutenlangen Ausdruck. Die von den gerade erklungenen %u201eBiblischen Liedern%u201c und der Messe D-Dur selbst tief erf%u00fcllten Ausf%u00fchrenden nahmen ihn dankbar und hochverdient entgegen: Zuerst ist die %u201eEvangelische Singgemeinde Weinheim%u201c zu nennen; sie hatte, unterst%u00fctzt von einigen versierten G%u00e4sten, die Messe nach intensiver Vorbereitungszeit beeindruckend und souver%u00e4n dargeboten. M%u00fchelos folgten die Chormitglieder dem sicheren Dirigat ihres Leiters Kantor Martin Lehr und zeigten sich vom Pianissimo bis zum Fortissimo als homogener Klangk%u00f6rper. Auch das Heidelberger Kantatenorchester war seiner Aufgabe sowohl bei der Begleitung von Solisten und Chor als auch bei der Bereicherung der Kl%u00e4nge mit den unterschiedlichsten Instrumentalfarben einer sinfonischen Besetzung von der Harfe bis zur Triangel mehr als gerecht geworden. Bezirkskantorin Charlotte Noreiks schlie%u00dflich hatte die hochromantischen Orgelsoli in der Messe kongenial gestaltet und die Vokalsolisten einf%u00fchlsam begleitet. Diese hatten nicht zuletzt einen au%u00dferordentlichen Anteil zur tiefber%u00fchrenden Wirkung der beiden geistlichen Werke beigetragen.Besondere Herausforderungen stellten dabei die wechselnd gesungenen solistischen %u201eBiblischen Lieder%u201c, wahre musikalische Edelsteine. Hier beeindruckte Sopranistin Yuki Nakashima mit zarten, aber auch strahlenden T%u00f6nen; Altistin Eva Braunstein verlieh ihrer samtenen Stimme stellenweise ersch%u00fctternden Ausdruck; feste Glaubenszuversicht vermittelte Tenor Thorsten Gedak mit metallischem Glanz; schon dramatische Wirkung erzielte Bassist Hans Jochen Braunstein mit kerniger Stimme. Besonders stach die vorbildliche Sprachbehandlung der vier Solisten hervor, mit der sie dem Textgehalt der deutschen Psalmverse plastischen Ausdruck verliehen.Zu harmonischer Einheit verschmolzen ihre Stimmen jeweils in der Messe, wo sie vorwiegend als geschmeidiges Quartett, oft im Piano, in Erscheinung traten. Einen starken Kontrast dazu bildeten die zahlreichen Tutti-Stellen des Chores samt vollem Orchester einschlie%u00dflich gro%u00dfer Blechbl%u00e4serbesetzung und Pauken. Immer wieder konnte die Markuskirche die durchleuchteten Kl%u00e4nge kaum fassen, sodass sich hier %u00f6fter der Himmel mit %u00fcberirdischem Jubel zu %u00f6ffnen schien.Tief ber%u00fchrt und %u00fcberaus bereichert verlie%u00dfen endlich alle Anwesenden das Gotteshaus. In der Verschr%u00e4nkung der zehn %u201eBiblischen Lieder%u201c mit den f%u00fcnf Teilen der Messe D-Dur hatten ihnen die beiden Werke von Anton%u00edn Do%u0159%u00e1k ein erhebendes musikalisches wie geistliches Erlebnis geschenkt.
                                
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